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Biografie

Martin Moritz wird am 16.06.1976 in Langen bei Frankfurt a. M. geboren.

Mit 7 Jahren nimmt er die ersten klassischen Klavierstunden. 1989 beginnt Martin parallel dazu bei der Yamaha-Musikschule (später Technics) eine Keyboardausbildung. Dieser folgen mehrere Auftritte bei verschiedenen klassischen Konzerten, sowie mit der Schulband. Bereits mit sechzehn fängt der junge Künstler an, selbst zu komponieren (vor allem klassische Stücke) und entdeckt sein Talent für Gesang.

Nach seinem Abitur im Sommer 1995 leistet er zunächst seinen Zivildienst in der evangelisch Stiftung Neuerkerode ab. In dieser Zeit entstehen viele Pop-Balladen mit vorwiegend englischen Texten. Im Herbst 1996 nimmt Martin in Hamburg ein Studium zum Audio-Engineer (SAE) auf und tritt 1997 eine Assistentenstelle für Ton und Casting bei der Studio Funk KG in Hamburg und Frankfurt an.

1998 nimmt er in den Studios von ZZ-Music in Frankfurt a.M. erste Demos auf. Der junge Künstler spielt bei Auftritten mit der Hamburger Coverband Crossover und arbeitete gelegentlich als Barpianist. Nebenbei schreibt er in diesen 4 Jahren insgesamt 30 deutschsprachige Songs.

Beruflich bringt das Jahr 2000 für den jungen Pianisten einige Veränderungen. Er nimmt eine Praktikantenstelle bei der Yamaha Europa GmbH an und begann im Frühjahr 2000 ein Abendstudium zum Medien-Betriebswirt bei der Industrie- und Handelskammer Hamburg.

Nach dem Praktikum betätigt sich das Allroundtalent zunächst freiberuflich als Webdesigner, Redakteur und Tontechniker. Wenig später entschließt er sich jedoch, sein erworbenes kaufmännisches Wissen beruflich zu nutzen und nimmt eine Stelle im traditionsreichen Musikfachgeschäft Musik von Merkl (Hamburg-Bergedorf) an.

Heute ist Martin Produktverantwortlicher für die Bereiche Keyboards und E-Pianos der Firma CASIO und natürlich immer noch Pianist & Sänger aus Leidenschaft!

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Portrait von Florian Kain* (vom 08.12.2001)

Er ist ein Nachtfalke. Einer, der Energie entwickelt, wenn die Kräne im Hafen, die unzähligen Brücken, die Straßen und Plätze der Hansestadt Hamburg von Dunkelheit und Stille umhüllt sind. Wenn es irgendwann ganz ruhig wird in seinem Viertel. Das ist seine Zeit. Die Gedanken jetzt einfach treiben lassen, der Phantasie, den Gefühlen Raum geben. Der Alltag, der Ärger, der Stress, der an den Kräften zehrt - all das zählt dann nicht mehr. Und wenn er mal bis in die frühen Morgenstunden wach bleibt, ist das meistens eine dieser ganz besonders intensiven Nächte, in denen er seine Emotionen, seine Ideen und Assoziationen in Musik verwandelt. In denen er Texte schreibt, komponiert und singt und irgendwann selber spürt: Das ist es, genau diese Strophe - und genau diese Melodie. Kathleen schläft dann oft schon. Und kann sich später beim Frühstück an den Früchten seiner produktiven Nachtschwärmereien erfreuen, wenn Martin ihr stolz ein neues Liebeslied präsentiert: "Komm` wir greifen nach den Sternen, zu zweit kann uns die Welt gehören", singt er zum Beispiel.
Zugegeben: Das erinnert schon ein wenig an Minnesänger-Metaphorik, klingt nach schmalzigen Sonnenuntergängen an palmenumsäumten Sommerstränden. Doch für kitschige Klangteppiche, für sentimentale musikalische Zuckerbäckereien ist Martin nun wirklich nicht zu haben. Dafür sind seine Songs viel zu echt, zu nah dran am Leben, enthalten sie auch zu viel Melancholie und leise Traurigkeit. Dafür kennt er sie inzwischen zu gut, diese ewige Achterbahn der Gefühle, die uns ja alle im Griff hat.

Alltags passiert es ihm immer mal wieder, dass er sich aller Lebenserfahrung zum Trotz ein X für ein U vormachen lässt, dass er zum Opfer seines vielleicht fast schon chronisch naiven Optimismus wird, den er selbst als "meinen größten Fehler" bezeichnet. Aber ist das denn überhaupt ein Fehler, mit Frohsinn in die Zukunft zu blicken, auch wenn man schon Rückschläge und Enttäuschungen erlebt hat? Wenn es beruflich nicht immer geradeaus geht und Umwege in Kauf genommen werden müssen?

Nicht umsonst heißen Lebenskünstler doch gemeinhin genau die, die sich nicht entmutigen und schon gar nicht verbiegen lassen, die auch nach Misserfolgen den Kopf nicht unter Kissenbergen vergraben. Martin weiss genau, dass Glück oft nur ein Gnadenakt des Zufalls ist. Und dass sich nicht alles planen und vorhersagen lässt, dass man auch gänzlich unerwartet in das große Glück hineinstolpern kann, wird ja durch nichts so eindrucksvoll bewiesen wie durch die schier unglaubliche Geschichte der Liebe seines Lebens. Trotz seines künstlerischen Engagements, seines Hangs zum schwelgerischen Genuss und zur individuellen Existenz, trotz seiner immerwährenden (allerdings sympathischen) Zerstreutheit ist er doch niemand, der sich ernsthaft für einen bohèmehaften, ganz und gar unphiliströsen Lebensstil begeistern könnte. So hat er es bislang noch immer geschafft, seine musische Mentalität, seine Lebensträume mit den klassischen, den bürgerlichen Idealen zu kombinieren, der schöpferischen Natur also konkrete Formen und Regeln zu geben. In dieser Grundhaltung treffen sich eben seine familiären Wurzeln, die im sinnesfrohen, barocken Süden, in Baden-Württemberg und Österreich zu finden sind, mit der nüchternen Verbindlichkeit, Verfasstheit und gelegentlichen Strenge, die die Menschen in den nordischen Gefilden, in denen er groß wurde, prägen. Da verwundert es auch nicht, dass ausgerechnet die preussische Pünktlichkeit seine Lieblingstugend ist, und dass er bei Männern "die Fähigkeit zu rationalem Denken" am meisten schätzt. Ebenso wenig kann überraschen, dass Martin einerseits überzeugend darlegt, später mal den musikalischen Hintergrund großer Filmen komponieren zu wollen, aber am liebsten irgendwann einmal auf der Bühne sterben möchte - bei der letzten Zugabe, als gefeierter Künstler vor einem ergriffenen Auditorium. Tagsüber Fachverkäufer in einem Musikaliengeschäft, ein begleitendes Studium als Medien-Betriebswirt - und abends Barpianist und Kompositeur - dass solche Lebensentwürfe glücken können, haben schon ganz andere bewiesen.

Bereits mit sieben Jahren nahm Martin dafür erste Klavierstunden. 1989, im geschichtsträchtigen Jahr des Mauerfalls, den er in der ehemaligen Grenzregion Gifhorn-Wolfsburg hautnah miterlebte, begann er parallel dazu bei der Yamaha-Musikschule eine Keyboard-Ausbildung. Martin beherrscht zahlreiche andere Instrumente, spielte schon früh in Schülerbands, in Bars und bei Partys. Das war harte Fleißarbeit, dafür bedurfte es viel Konzentration, Wille und Durchhaltevermögen. Aber Lehrjahre sind eben keine Herrenjahre.

Bereits mit sechzehn komponierte Martin jedenfalls erste Stücke selbst, eiferte er seinen Lieblingsmusikern Udo Jürgens, Herbert Grönemeyer und Elton John nach. Doch auch wenn er schon in diesen Zeiten gerne und viel zu Hause war, sich manchmal in seinem Zimmer mit der Musik verschanzte, so legte er trotzdem Wert auf Sport, Bewegung, Ausgleich. Badminton brachte ihm damals viel Spaß - und Erfolg. Später, als Martin schon von der Realschule aufs Gymnasium gewechselt war, da scheuchte er schließlich sogar als Trainer den Nachwuchs über den Platz. Und auch "La Boum" stand bisweilen auf dem Programm. An Wochenenden, in den Ferien. Manchmal sogar in etwas exzessiverer Form, wie Freunde kolportieren.

Freilich waren diese Pennäler-Jahre fern aller Rühmannscher Feuerzangenbowlen-Romantik vor allem geprägt von seinem Kampf gegen die mathematische Materie, mit der er sich in der Oberstufe ja zwangsläufig auseinandersetzen musste. In solchen Zeiten war es schon schön, auf Leidensgenossen zu treffen, die ganz ähnliche schulische Schwierigkeiten zu bewältigen hatten. Und auf Lehrer, die ihre Fachdisziplin zum Glück nicht für den Nabel der akademischen Welt hielten.

Das zentrale Ereignis seiner persönlichen Vita war es wohl nicht, als er im Jahre 1995 schließlich das Abiturzeugnis in Händen hielt. Eine Wegmarke, okay. Aber es gab und gibt doch Wichtigeres als das ewige Gerangel um Noten, um Status und Geld. Sein Jahr als Zivildienstleistender bei der evangelischen Stiftung Neuerkerode zum Beispiel. Das war eine bedeutende Erfahrung, wie er selber sagt. Ein Lebensabschnitt, den er um keinen Preis missen will. Bundeswehr? Stand gar nicht zur Diskussion. Mit Waffen herum zu hantieren, auf Kommando parieren - seine Sache wäre das nun wirklich überhaupt nicht gewesen. Eher lag ihm da schon die (vielleicht ein bisschen zu techniklastige) Ausbildung zum Audio-Engineer, für die er damals nach Hamburg aufbrach. Und sein Ausflug in die Welt der Werbung? Ist Geschichte.



* Florian Kain schreibt als freier Journalist in Hamburg. Artikel von ihm erschienen bislang unter anderem in der Wochenzeitung "Das Parlament", der Programmzeitschrift "Hörzu" und der Tageszeitung "Die Welt". Zur Zeit arbeitet er an einem Buch über die jüngere Geschichte des ZDF

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Kurzübersicht
1976 Geboren am 16. Juni in Langen [ bei Frankfurt a.M.]
1983 - 1995 Klassische Klavierausbildung
1989 Keyboardausbildung [ Yamaha-Musikschule ]
1992 Erste Kompositionen [ klassische Musik ]
1995 Abitur [ Wolfsburg ]
1995/1996 Zivildienst [ Evangelisch Stiftung Neuerkerode ]
1996/1997 Studium zum Audio-Engineer [ SAE / Hamburg ]
1997 Martin komponiert Musik zum Kurzfilm »Twisted«
1997-2000 Assistentenstelle für Ton und Casting
[ Studio Funk KG / Hamburg & Frankfurt ]
1998 Erste Demo-Aufnahmen [ ZZ-Music / Frankfurt a.M. ]
seit 1998 Mitglied der Hamburger Coverband Crossover
2000 Praktikum [ Yamaha Europa GmbH / Hamburg ]
2000 - 2002 Freiberufliche Tätigkeit als Webdesigner, Redakteur und Tontechniker
2000 - 2002 Abendstudium zum Medien-Betriebswirt
[ IHK & Wirtschaftsakademie / Hamburg ]
2002 - 2004 Tätigkeit als Musikalienhändler
[ Musik von Merkl, Hamburg ]
seit 2004 Produktspezialist / Marketing
[ CASIO Europe GmbH ]




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